Rauhnacht 30. Dezember - Die Gefühle umarmen

 

Nicht den Tod sollte man fürchten,

sondern dass man nie beginnen wird,

zu leben.

° Marc Aurel °

 

Während der Rauhnächte können wir unseren Gefühlen viel Raum geben und sollten dies auch tun. Die Besinnlichkeit der Weihnachtstage, die stille Schönheit der Natur im Winter, die schaurigen Gestalten der Perchtenläufe, die Hexen und Dämonen, aber auch die Einsichten, die wir über Orakel und Träume gewinnen können - sie alle regen unser Gefühlsleben auf unterschiedliche Weise an, wecken Emotionen und schaffen intensive Stimmungen. 

 

Der Herausforderung der wir uns jetzt stellen sollten, besteht darin, unsere Gefühle zu "umarmen". Gefühle kommen und gehen. Sie sind ein wichtiger Teil von uns und Ausdruck unserer Lebendigkeit. Und doch haben viele Menschen ein Problem damit, ihre Gefühle anzunehmen und auszudrücken. 

 

Natürlich fällt es leicht, angenehme Gefühle wie Freude, Zuversicht oder Liebe zu akzeptieren, doch bei unangenehmen Gefühlen wie Trauer, Wut oder Angst ist das schon wesentlich schwieriger. 

 

An sich sind Gefühle einfach nur Gefühle. Sie sind die Sprache unseres Herzens, und unser Herz spricht aus, was es empfindet - ganz gleich, ob das nun angenehm ist oder nicht. 

Wenn wir offen, achtsam und mitfühlend sind, können wir lernen, unsere Gefühle als das anzunehmen, was sie sind - als Ausdruck unserer gegenwärtigen Erfahrungen und als körperlich-seelische Reaktionen, die uns viel über uns selbst verraten.

 

 

Meditation - Seinen Gefühlen trauen

  • Nimm dir mindestens 10 Minuten Zeit, in der du ungestört bist. Setze dich aufrecht und entspannt auf einen Stuhl oder auf den Boden und schließe deine Augen. Richte deine Achtsamkeit auf die Atembewegungen in deinem Bauch - auf die Bauchdecke, die sich beim Einatmen leicht hebt und beim Ausatmen wieder senkt.
  • Halte den Körper ganz ruhig und regungslos. Nimm innerlich Kontakt zu deinem Körper auf, indem du die Aufmerksamkeit darauf lenkst, wie dein Körper sich jetzt gerade anfühlt. Falls du Anspannungen in deinem Körper spürst, dann gib diese mit dem Ausatmen ab. Achte darauf, dass deine Augen, deine Gesichts- und Kiefermuskeln entspannt und deine Schultern, Arme und Hände locker sind. 
  • Lenke deine Aufmerksamkeit jetzt ganz auf deine Gefühle. Gibt es Gefühle, die du im Moment wahrnehmen kannst? Sind es eher angenehme oder unangenehme Stimmungen, die auftreten? Oder kannst du klare Gefühle wie Trauer, Zorn, Angst oder Heiterkeit, Freude, Wärme oder Geborgenheit wahrnehmen?
  • Falls du kein besonderes Gefühl ausmachen kannst, dann lenke deine Achtsamkeit wieder auf die Atembewegung. Wann immer jedoch ein Gefühl auftaucht, solltest du es kurz in der folgenden neutralen Weise benennen: "Da ist Angst", "Ungeduld taucht auf", "Da ist Frieden" oder "Freude taucht auf". Vermeide "ICH-Sätze". Sage also beispielsweise nicht "Ich bin traurig", sondern "Da ist Trauer". Beobachte das Kommen und Gehen deiner Gefühle, ohne dich mit ihnen zu identifizieren.
  • Du kannst noch einen Schritt weitergehen: Wenn du bestimmte Gefühle wahrnimmst, dann achte darauf, wie sich das jeweilige Gefühl in deinem Körper auswirkt. Wenn du zum Beispiel Unruhe verspürst - wo genau in deinem Körper kannst du die Unruhe erfahren? Gibt es einen Bereich, der sich angespannt, kribbelig oder blockiert anfühlt? Beobachte einfach nur, wo in deinem Körper das Gefühl sitzt, ohne etwas zu verändern.
  • Bleibe nun einige Zeit dabei, deine Gefühle zu beobachten. Zwischendurch kannst du immer wieder bewusst zu deinem Atem zurückkehren. Richte deine Aufmerksamkeit darauf, ob bestimmte Gefühle oder Stimmungen in dir auftauchen.
  • Beende die Übung dann langsam, indem du wieder in deinem Körper ankommst. Spüre die Haltung deines Körpers und seine Schwere. Atme dreimal tief durch, und öffne wieder deine Augen.


Rauhnachtsbräuche und -regeln

  • Begegnet man in den Rauhnächten fremden Menschen, so können diese Begegnungen eine Bedeutung für die Zukunft haben. 
  • "Scherben bringen Glück", - in den Rauhnächten gilt dieses Sprichwort nicht. Wenn Gegenstände herunterfallen und zerbrechen, kann das darauf hindeuten, dass eine Trennung bevorsteht. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um wertvolle Gegenstände wie Vasen oder Porzellangeschirr handelt.
  • Zu den Orten, denen magische Kräfte zugesprochen werden, gehören Wegkreuzungen, insbesondere wenn diese in Wäldern liegen. Unverheiratete Frauen begeben sich in der Rauhnacht um Mitternacht an eine Wegkreuzung, um dort ihrem zukünftigen Bräutigam zu begegnen.



Räuchermischung

2 Teile weißer Salbei

1 Teil Kampfer

1 Teil Kieferharz


Führe heute nach Möglichkeit eine ausführliche Räucherzeremonie durch. Konzentriere dich auf die Räume, in denen du dich besonders häufig aufhältst, und vergiß dabei nicht dein Schlafzimmer. 

Wenn du möchtest, kannst du beim Abschreiten der Räume innerlich folgenden Satz wiederholen:


"Mögen alle Bewohner und Gäste gesegnet sein. Möge alles Dunkle und Belastende weichen."



Quellen:

Das Wunder der Rauhnächte - Valentin Kirschgruber

Zeit für Rituale 



 

 

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