Rauhnacht 26. Dezember - Still werden

 

Was immer du erwirbst, erwirbst du nur in der Stille, 

und göttlich ist nur, was im Schweigen geworden ist. 

° Søren Kierkegaard °

 

 

In der Zeit der Rauhnächte haben wir immer wieder die Gelegenheit, tief in unser eigenes Inneres einzutauchen. Manchmal ist es gar nicht einfach, Ruhe zu finden. Doch die Stille, um die es hier geht, ist die innere Stille.

 

Die wahre Stille ist nicht auf die Abwesenheit von Geräuschen angewiesen - wir können sie auch inmitten äußeren Lärms erfahren. In den Rauhnächten fällt es den meisten Menschen leichter, sich zu besinnen und in sich selbst einen Ruhepol zu finden.

 

Wir sind jetzt eher bereit, uns mit unseren Sehnsüchten und verborgenen Möglichkeiten zu beschäftigen, die wir im Alltag so leicht aus den Augen verlieren. 

 

Wichtiger als alles außerliche Tun ist dabei jedoch immer die innere Ausrichtung - die Bereitschaft und Offenheit, sich einzulassen, in diese Stille hineinzulauschen, ihr nachzuspüren und sie auf besinnliche Weise zu erleben. 

 

 

 

Meditation - In die Stille lauschen 

  • Ziehe dich an einen ruhigen Platz zurück. Wenn möglich begib dich in die Natur, beispielsweise in den verschneiten Wald. 
  • Falls du das Ritual zu Hause durchführst, schalte alle störenden Lärmquellen so gut es geht ab. 
  • Zu Hause kannst du dich für die Übung aufrecht hinsetzen. Wenn du in der Natur bist, dann übe an einem abgeschiedenen Platz im Stehen. Schließe die Augen und komme innerlich zur Ruhe. Entspanne deinen Körper so gut es dir möglich ist. Achte vor allem darauf, die Schultern und das Gesicht locker zu lassen und aufrecht zu stehen oder zu sitzen. Lass deine Atem allmählich liefer und weicher werden. 
  • Richte deine Aufmerksamkeit nun ganz auf die Welt der Klänge und Geräusche:
  • Was nimmst du in diesem Augenblick wahr?
  • Hörst du Naturgeräusche - vielleicht den Wind, einen Bach, ein Rascheln oder Tiergeräusche?
  • Hörst du Laute die aus dem Haus kommen?
  • Gibt es Verkehrsgeräusche?
  • Kannst du einen Hund bellen hören oder dringt entferntes Glockengeläut an dein Ohr?
  • Lasse alle Klänge, die im Moment auftauchen, einfach zu dir kommen. Suche nicht angespannt nach Geräuschen, sondern lass geschehen was geschieht. Heiße die Klänge willkommen, ganz gleich, ob sie angenehm oder unangenehm sind. Lass alle Klänge einffach durch dein Bewusstsein wehen, so wie der Wind durch die Blätter eines Baumes streicht? 
  • Wende dich nun den "inneren Geräuschen" zu. Gibt es bestimmte Gedanken oder Gefühle, die in dir Lärm erzeugen? Gerade Ängste, Sorgen oder auch Pläne und Hoffnungen können mitunter sehr "laut" werden. Höre den inneren Geräuschen ebenso gelassen zu wie den äusseren. 
  • Versuche nun, noch etwas tiefer zu lauschen. Kannst du hinter den Geräuschen die "Stille" wahrnehmen?
  • Beende die Meditation indem du dich auf deine Körperhaltung konzentrierst und wenn du so weit bist, öffne deine Augen. 

 

 

Bauernregeln für den 26. Dezember

 

"Scheint am Stephanstag die Sonne, so gerät der Flachs zur Wonne."

 

"Kommt weiße Weihnacht, ist der Winter lang und hart."

 

"Windstill muss St. Stephan sein,

soll der nächste Wein gedeih´n."

 

 

 

Räuchermischung für die zweite Rauhnacht

 

Diese Mischung ist beruhigend,

sie hilft dabei, in die Stille zu gehen,

und regt zugleich die Vorstellkraft an.

Sie besteht aus

 

1 Teil Weihrauch
2 Teilen Zedernholz

 

 

Quellen:

Das Wunder der Rauhnächte - Valentin Kirschgruber

Zeit für Rituale